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chore: streamline historical analysis of Beitragsbemessungsgrenze
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Solche Konstellationen sind kein extremer Sonderfall. Immobilien machen rund zwei Drittel des privaten Haushaltsvermögens in Deutschland aus, und die Wertsteigerungen sind sehr ungleich verteilt: Auf die obersten zehn Prozent entfällt mehr als die Hälfte des gesamten Nettovermögens. Wer in dieser Gruppe nach mehr als zehn Jahren Haltefrist veräußert, realisiert nach §23 EStG steuerfrei. Eine DIW-Berechnung von Stefan Bach und Kollegen (2021) schätzt die jährlichen Steuermehreinnahmen einer umfassenden Reform der Immobilien- und Vermögensbesteuerung — Streichung der Spekulationsfrist, Schließung weiterer Privilegien — auf rund elf Milliarden Euro pro Jahr. Allein die Streichung der Spekulationsfrist veranschlagt das Institut auf rund sechs Milliarden Euro jährlich.
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Die dritte Vergleichsachse ist historisch. Die Beitragsbemessungsgrenze, die heute den Knick bei 66.150 Euro erzeugt, hat sich in den letzten zwanzig Jahren langsamer entwickelt als die Median-Löhne. 1990 lag sie für die gesetzliche Krankenversicherung bei rund 39.150 Mark im Jahr — etwa beim 1,4-fachen des damaligen Bruttomedianlohns. Bis 2010 stieg sie auf das 1,5-fache. 2026 liegt sie nominal bei 66.150 Euro, aber das entspricht — wegen der starken Lohnspreizung im oberen Drittel — nur noch dem 1,2-fachen des heutigen Medianlohns. Die Grenze ist also relativ zur Mitte gewandert.
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Die Folge: Wer heute 60.000 Euro im Jahr verdient — eine erfahrene Verwaltungsangestellte, ein Schichtleiter, eine Senior-Sachbearbeiterin — befindet sich knapp unter der Grenze und in der Vollbelastung. Wer 70.000 Euro verdient, ist darüber. Die historische Architektur — entworfen für ein klar abgegrenztes oberes Zehntel — wirkt heute auf eine viel breitere obere Mitte. Was 1957 als Grenze zwischen „obere Mitte" und „echte Spitze" gedacht war, ist heute eine Grenze quer durch das oberste Drittel der Vollzeitlöhne.
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Die dritte Vergleichsachse ist historisch. Die Beitragsbemessungsgrenze, die heute den Knick bei 66.150 Euro erzeugt, hat sich über mehrere Jahrzehnte langsamer entwickelt als die obere Hälfte der Lohnverteilung. Sie wird zwar jährlich an die durchschnittliche Lohnentwicklung angepasst, doch die Spreizung zwischen Median und oberen Lohnsegmenten ist seither gewachsen. Faktisch bedeutet das: Was einmal eine Grenze zwischen oberer Mitte und echter Spitze war, schneidet heute weit stärker in das obere Drittel der Vollzeitbeschäftigten ein.
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Die Daten zeigen, was die Talkshow-Debatte verschweigt. Die strukturelle Last des deutschen Sozialstaats trägt die Mitte; sie wird nach oben hin systematisch abgemildert; und sie wird beim Kapitaleinkommen ganz aus dem Solidarsystem herausgenommen. Diese drei Bewegungen zusammen ergeben kein Versehen. Sie ergeben ein Muster.
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